Herbstzeit: Was wir von den Jahreszeiten über Power und Pausen lernen können

Lesedauer: 3 Minuten

Jetzt im Herbst findet einer der größten Transformationsprozesse in der Natur statt. Die Blätter fallen, weil die Kraft der Sonne schwindet. Pflanzen und Tiere ziehen sich zurück und widmen sich den Vorbereitungen, die es braucht, um den Winter zu überstehen.  

Auch ich spüre zu dieser Jahreszeit immer wieder die inneren Veränderungen aufs Neue: Ich bin etwas träger, suche mehr Ruhe, schlafe gerne viel, wehre mich innerlich mehr als sonst gegen zu viele to dos und Termine und habe das Bedürfnis, innezuhalten, dankbar zu sein, loszulassen.

Wir sind ein Teil der Natur und unser Biorhythmus richtet sich nach wie vor danach aus. Sind wir viel draußen an der frischen Luft geht es uns einfach besser und wir spüren uns selbst wieder.  

Die Realität unseres Wirtschaftens und Handeln sieht jedoch komplett anders. Jetzt im Herbst geht der Stress doch erst richtig los: Druck von der Führung/ von oben zum Jahresendsprint und Gas geben um offene Projekt abzuschließen, die letzten Deals mit Kunden abschließen, Weihnachtskampagnen umsetzten etc. Insbesondere jetzt während der Pandemie steigt der Druck teilweise massiv an – und wir fühlen uns auf Dauerleistung programmiert. 

Puhhh..und wo bleiben wir als Menschen mit unserem Ruhebedürfnis? Sollten wir nicht stattdessen genauso wie die Natur agieren und zunächst einmal schauen, was wir brauchen, um nicht völlig erschöpft und krank unterm Weihnachtsbaum zu liegen? – Gerade im ohnehin schon kräftezehrenden Pandemiejahr?  

Ich frage mich oft, wie unsere Arbeitswelt aussehen müsste, damit das möglich ist. Die allumfassende erlösende Antwort kenne ich zwar nicht. Aber ein paar Ideen und Impulse für ein fokussiertes, natürliches Arbeiten in dieser so schönen Jahreszeit hätte ich und die gebe ich euch mit:   

Arbeiten im Takt der inneren Uhr 

Der Mensch folgt wie nahezu alle Lebewesen biologischen Rhythmen und Zyklen, die sich im Laufe der Entwicklung als lebenswichtig herausgestellt haben. Die Zusammenhänge werden durch eine recht junge wissenschaftliche Disziplin, die Chronobiologie erforscht. Besonders bekannt ist der Tag-Nacht-Rhythmus, der Arbeits- und Ruhephasen regelt und urgeschichtlich eng mit der Lichtverteilung während des Tages zusammenhängt.  

Sehr viele von uns folgen den biologischen Rhythmen nicht und sind deshalb oft gestresst. Oder sie fühlen sich immer dann müde und belastet, wenn wichtige Aufgaben anstehen. Eine Ausrichtung an der persönlichen Konzentrations- und Leistungskurve ist also sinnvoll, denn wird die innere Uhr langfristig missachtet, kann das zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie beispielsweise zu Schlafstörungen führen. Neulich auf karrierebibel.de habe ich eine schöne Grafik (und weiterführenden Artikel) dazu gefunden, die unsere energetischen Hoch- und Tiefphasen aufzeigen. 

Quelle: karrierebibel.de 

Also einmal tief durchatmen, in dich hinein hören, den eigenen Biorhythmus analysieren. Und dann eine kleine Challenge für dich selbst oder dein Team starten. Wer gehört zu den Lerchen, wer zu den Eulen? Probier‘ es aus! 

Mehr Ruhe und Natur-Zeit im Arbeitsalltag  

Es gibt viele Möglichkeiten, sich während oder nach dem Arbeitstag zu entspannen. Neben regenerativen Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Sport empfehle ich als Business & Natur-Coach den regelmäßigen Kontakt mit der Natur. Sei es ein morgendlicher Spaziergang oder ein Walk & Call mit den Kolleg_innen im nächstgelegenen Stadtpark. Durch die Bewegung in der Natur profitieren wir von positiven Nebeneffekten: unsere Sinne werden aktiviert, Stresshormone abgebaut, Herz-Kreislauf und Immunsystem stabilisieren sich. Lösungsorientiertes und kreatives Denken fällt deutlich leichter. (Vgl. Studien von Roger Ulrichs & Rachel & Stephan Kaplan). Auch Serotonin, das Hormon der guten Laune wird bei einem Aufenthalt in der Natur fleißig ausgeschüttet. Also, schickt euch selbst und eure Teams regelmäßig raus an die frische Luft. 

Individuelle Coaching-Begleitung ermöglichen 

Gerade wenn die Arbeitsmechanismen unseren natürlichen Ruhebedürfnissen entgegenstehen und damit unsere Widerstandskraft eine echte Herausforderung erlebt, sollte aus meiner Sicht für jede_n Mitarbeiter_in eine individuelle Coachingbegleitung durch den Herbst/Winter ermöglicht werden. Um kurzfristig Entlastung zu finden, loszulassen, besser zu priorisieren oder auch “Nein “ sagen zu können, wenn es ein gefühltes Ungleichgewicht gibt. Natürlich am Besten draußen in der Natur. Klar, für die einen mag das jetzt “unproduktiver” klingen, denn mit einem Coaching geht natürlich auch Arbeitszeit verloren. Dazu fällt mir direkt ein schönes Zitat von Ernst Frenzel ein:  

”Zeit die wir uns nehmen ist Zeit, die uns etwas gibt”  

Investieren wir in Zeit zur Selbstreflexion, unterstützen wir Mitarbeiter_innen und Führungskräfte dabei sich selbstverantwortlich durch die komplexe Welt zu navigieren sowie eine gesunde Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Und das bringt langfristig mehr Innovation, Kreativität und nachhaltigen Wachstum. Ein Coaching lohnt sich also immer!  

So, es ist kurz vor 15 Uhr. Laut meiner inneren Uhr habe ich jetzt mein zweites Leistungshoch. Sehr gut, denn nun geht es direkt in meinen “Paralelljob” Familie. Ach nee..ich drehe lieber noch ne Runde durch den Park, denn das ist mein persönlicher Self-Care Moment, um als „Eule“ relaxed in die zweite Hälfte des Tages zu starten. 

Eine schöne restliche Herbstzeit wünsche ich!


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