Trends verlaufen in Wellen

Lesedauer: 2 Minuten

Gastbeitrag von Dr. Simon Mamerow

Wer erinnert sich nicht gern an die Musik seiner Jugendzeit zurück. Dies kann bei den heute 40-jährigen Hip-Hop, Heavy Metall oder sogar der Dancefloor sein. Damals waren dies streng getrennte Bereiche, zwischen denen und ihren Anhängern es keinerlei Austausch gab (maximal im Dunkeln, wenn keiner hinsah) – heute sind diese Bereiche Quellen einer Mischung aus allem. Die dramatische Musik der frühen 2000er folgte eine völlig sinnbefreite Begleitung des Skiurlaubs. Es wechselte nicht von heute auf morgen, es wechselt in Wellen.

Dies können wir immer wieder beobachten, immerhin sind wir gerade dabei eine historische Kurve abzuflachen. Ähnliches gibt es auch im Umgang mit Menschen. Zu Zeiten des Aufschwungs der Medizin und Wissenschaften glaubte man an die menschliche Maschine, die man nur ausreichend beobachten muss – ein ganz besonderer Apparat. Eventuell musste sich der eine oder andere durch E.T.A. Hoffmanns Sandmann quälen – da geht es um genau so eine Maschine, dem folgt dann wieder eine Zeit beinah esoterische Verklärung wie kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

Die Landung und die Mündungsfeuer im Ersten Weltkrieg waren noch in den Ohren, als die Produktion wieder Schwung aufnahm und der Taylorismus und Henry Ford mit seinen Fließbändern den Menschen zurück zu einer Maschine degradierte. Er empfahl, den perfekten Arbeiter für die perfekte Arbeitsstelle zu finden, um daraus die beste Passung auf eine Aufgabe zu ermöglichen und einen Prozess der optimalen Ausnutzung der Ressourcen zu erreichen. Kommen diese Formulierungen unseren geschätzten Kollegen aus dem Recruiting bekannt vor? Die oben genannten Sätze stammen aus Taylors Aufsätzen, die 1911 in seinem Scientific Management gipfelten.

Die wenigsten Personaler würden sich als Tayloristen bezeichnen, obwohl man nach obenstehender Ausführung feststellen muss, dass sie genau dies sind. Wir glauben, dies ist nicht der richtige Weg.

Die Erdenker der Hawthorne-Studie, die Ende der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts in den USA stattfand, glaubten dies auch nicht und untersuchten verkürzt gesagt den Zusammenhang zwischen den Ergebnissen der Arbeit und den die Arbeiter umgebenden sozialen Faktoren. Vereinfacht gesagt ist die Arbeitsleistung nicht nur von objektiven Bedingungen abhängig, sondern ganz wesentlich von der Aufmerksamkeit und Wertschätzung auf verschiedenen Ebenen.

Die folgenden Jahre nutzten die Unternehmen die Erkenntnisse, um die Gruppeneffekte und Arbeitszufriedenheit in den Mittelpunkt zu stellen. Es scheint jedoch, dass diese Ansätze seitdem wieder langsam in die Vergessenheit geraten, sodass Human Relations – ein beinah 90 Jahre alter Begriff  – heute als zeitgemäß wahrgenommen wird, und dies unterstreichen wir ganz deutlich.

Die Bedeutung der Arbeit für den Einzelnen war selten so relevant wie heute. Die Entfaltung steht im Mittelpunkt. Wir sehen den Menschen diesbezüglich nicht vornehmlich als einen Bestandteil der Produktionsfunktion, sondern als ein lebendes Wesen, dessen Beziehungen zur Umwelt im Mittelpunkt stehen. Dementsprechend sind auch unsere Artikel und Themen weniger auf kurze Checklisten und How-to-do-Listen ausgelegt, sondern geeignet und aufgesetzt, um das große Bild und die Position des Einzelnen in ihm darzustellen. Eben Arbeitsbeziehungen im besten Sinne – Human Relations: HR.


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