Wie gut digitale Technologien schon heute deinen Job erledigen könnten

Lesedauer: 3 Minuten

Weißt du, was ein Türmer, Stellmacher, Küfer oder Sandmann ist? Klingt zu sehr nach Mittelalter? Dann werfen wir einen Blick auf die nähere Vergangenheit, sagen wir die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Was ist ein Rohrpostbeamter, Chemigraf, Fernmeldemonteur oder Stempelmacher? Es sind Jobs mit einer Gemeinsamkeit; sie sind allesamt ausgestorben!

Die Liste ausgestorbener Berufe umfasst mehrere Hundert Nennungen. Der permanente gesellschaftliche Wandel sowie Neuerungen in der Technologie haben viele Berufe verdrängt und weitere werden folgen. Berufe, die gegenwärtig zu unserem Alltag gehören, werden in den kommenden Jahren verschwinden und die Liste der ausgestorbenen Berufe ergänzen. Darunter fallen unter anderem Briefträger, Landwirt, Zählerableser, Reisebüro-Mitarbeiter, Holzfäller, Steuerprüfer, Verkäufer, Lagerarbeiter oder Anwalt (Legal Tech). Eine düstere Aussicht.

Doch Jobs sind schon immer verschwunden und neue sind entstanden. Ähnlich wie in der Natur, wo Arten aussterben und neue wiederum entstehen, bedingt durch Veränderungen in der Umwelt. In Deutschland sind seit den 70er Jahre bis heute anerkannte Ausbildungsberufe (IHK) um ca. 50 % von 606 auf 326 geschrumpft. Demgegenüber sind in knapp 15 Jahren die Studiengänge um fast das doppelte gestiegen, von 11.250 in 2007 auf rund 20.000 in 2020. So gab es unter anderem die Berufe des Influencer, Social Media Manager, Digitaler Bestatter, CRM Manager, Big Data Engineer, Machine Learning Scientist, Cloud Architect, App-Entwickler und Blockchain Developer zur Jahrtausendwende noch nicht.

Es zeigt die Dynamik der Entwicklungsgeschichte der Arbeitswelt. Die Dampfmaschine und mit ihr die Industrialisierung veranschaulicht, wie der Arbeitsmarkt durcheinandergewirbelt wurde. Viele Berufe gingen im Zuge dessen verloren, doch neue entstanden. Im gleichen Maße haben Computer und Roboter Ende des letzten Jahrhunderts die menschliche Arbeit nicht überflüssig gemacht, jedoch die Beschäftigungsstruktur nachhaltig verändert. Und ebenso wenig wird der Einsatz von digitalen Technologien wie künstliche Intelligenz zu einem Ende der Arbeit führen.

Welche Berufe im besonderen Maße von der Substituierbarkeit durch Digitalisierung und Automatisierung – oft als Industrie 4.0 und Wirtschaft 4.0 bezeichnet – betroffen sind, zeigt eine Studie des ifo Instituts und IHK. Die technologischen Neuerungen führen bereits jetzt zu einer Verschiebung am Arbeitsmarkt, jedoch nicht zu einem Beschäftigungsverlust. Laut der Studie kommt es am Arbeitsmarkt zu einer Polarisierung. Gewinner sind demnach Berufe mit niedrigen oder hohen Qualifikationen. Auf der einen Seite stehen die Helferberufe, die wenige bis keine Qualifikationen voraussetzen (Reinigung, Entsorgung, Gastgewerbe), und auf der anderen Seite Experten- und Spezialistenberufe, mit hohen Qualifikationen (Informatik, Beratung, Wissenschaft, Sozial- und Erziehungsberufe). Berufe mit analytischen, kreativen und interaktiven Tätigkeiten oder wo persönliche Anwesenheit und Kommunikation verlangt wird, werden durch digitale Technologien in ihrer Arbeit lediglich unterstützt, jedoch nicht durch diese ersetzt.

Digitale Technologien übernehmen die Arbeit vorrangig von Berufen mit mittlerer Qualifikation, also Fachkräfte, mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten. Bereits heute werden Routineberufe teilweise bis vollständig von Computern und Robotern erledigt, spürbar bei Fertigungsberufen, wo schon heute immer weniger Menschen in Fabriken und anderen Produktionsbetrieben stehen. Die Abbildung zeigt, wie sich die Nachfrage nach den zehn größten Berufsgruppen in Deutschland in knapp zwei Jahrzehnten entwickelt hat. Verluste sind bei den Routineberufen (rot) zu verbuchen, sofern es sich nicht um Experten handelt.

Entwicklung der Beschäftigung 1999 – 2016

Das Ergebnis der Studie; bereits heute arbeiten in Deutschland 42 % der Beschäftigten in Berufen mit einer hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit von über 70 %. Betroffen sind im wesentlichen Routineberufe. Nicht-Routineberufe wie Sozial-, Pflege- und Erziehungsberufe, IT-Berufe oder Ingenieurberufe wird eher ein Wachstum prognostiziert. Damit wird die Digitalisierung einen großen Effekt auf die Beschäftigungsstruktur sowie auf eine Veränderung der Anforderungen innerhalb der Jobs haben. Und die Corona-Krise wird diese Entwicklung stark beschleunigen.

Wie gut könnten digitale Technologien schon heute deinen Job erledigen?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ein Tool entwickelt, welches die Ersetzbarkeit von Mensch durch Maschine nach den im Beruf enthaltenen Tätigkeiten darstellt und damit die Automatisierung des Jobs. Der Job Futuromat enthält Informationen zu den ca. 4.000 in Deutschland bekannten Berufen mit über 8.000 zugeordneten Arbeitsanforderungen und berechnet das Substituierbarkeitspotenzial deines Jobs durch Maschinen.

Überprüfe selbst, wie sehr dein Job schon heute von digitalen Technologien ersetzt werden könnte.

HIER geht es zum JOB FUTUROMAT


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